zwischen Arzt und Patient zählt nur eins, Vertrauen
Dieses Vertrauen wollen wir erhalten
Was geschieht derzeit in der Medizin ?
Was bedeutet das für die medizinische Versorgung der nahen Zukunft ?
Gibt es Lösungen für den Landkreis Waldshut ?
Der Landkreis Waldshut stellt für die zukünftige medizinische Versorgung eine besondere Herausforderung dar, was auf dessen ländliche und geografisch höchst komplizierte Gesamtstruktur zurückzuführen ist.
Die bis jetzt gut funktionierende kassenärztliche Versorgungsstruktur der Haus- und Fachärzte, aber auch der Krankenhäuser bricht zunehmend weg. Nachwuchsmangel der niedergelassenen Ärzteschaft läßt Praxen nicht mehr nachbesetzen, was bei der vorherrschenden Altersstruktur der Ärzteschaft des Landkreises Waldshut ein verhältnismäßig überproportionales Problem im Vergleich zum Rest von BW darstellt und in kürzester Zeit eine echte Versorgungsproblematik erzeugen wird.
Die Krankenhausstruktur stellt hinzukommend für den Landkreis WT bei z.T. defizitär haushaltenden Krankenhäusern ein hinzukommendes Problem dar, wobei der Versuch über MVZ‘s die Versorgung zu etablieren schon jetzt in den Häusern Stühlingen, Waldshut und Bad Säckingen als gescheitert betrachtet werden darf.
Mit der nachfolgenden Darlegung soll der Versuch unternommen werden lokale Lösungsvorschläge für den Landkreis Waldshut mit den politisch Verantwortlichen zu erarbeiten.
Mit diesen Lösungsvorschlägen soll der Einstieg hin zu einer Diskussion mit den Verantwortlichen geschaffen werden, die schwierige Situation der Versorgungsstruktur des Landkreises Waldshut gemeinschaftlich anzugehen, deren Versorgung in Kürze nicht mehr gewähleistet werden kann, so sich nicht neue Strukturen schaffen lassen.
Die Probleme der nahen Zukunft aus Sicht der Niedergelassenen Ärzteschaft:
Hausarztversorgung bricht durch mangelnden Nachwuchs weg
Strukturierte Facharztversorgung wird nur noch durch interdisziplinär fachübergreifende Versorgungsstrukturen aufrechterhalten werden können
Krankenhausversorgung und deren Verzahnung zum System der Niedergelassenen ist nicht ausreichend organisiert
Notarztversorgung strukturschwacher Gebiete ist schon jetzt in einigen Bereichen nicht mehr gewährleistet
Tatsächlich ist die Zahl der Hausärzte in den vergangenen Jahren kontinuierlich in BW gesunken. Erschwerend kommt hinzu, dass knapp 20 Prozent von ihnen 60 Jahre und älter sind und deshalb in den nächsten Jahren aus der Versorgung ausscheiden werden, oder dies aktuell schon ins Auge fassen. Angesichts dieser Zahlen und der demografischen Entwicklung mit immer mehr älteren und chronisch kranken Menschen kam eine Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden im vergangenen Jahr zu dem Schluss, dass in den nächsten zehn bis 15 Jahren in Deutschland bis zu 15000 Hausärzte fehlen werden.
Für den Landkreis Waldshut stellt sich die Altersstruktur wie folgt dar:
niedergelassenen Ärzte im Landkreis Waldshut gesamt 240
Allgemeinärzte und hausärztlich tätige Internisten 118
Anästhesisten 2
Augenärzte 9
Chirurgen 8
Frauenärzte 19
Hals-Nasen-Ohrenärzte 5
Hautärzte 3
Internisten (fachärztlich) 14
Kinder- und Jugendärzte 13
Nervenärzte, Neurologen, Psychiater 5
Orthopäden 6
Psychotherapeuten 28
Radiologen 3
Urologen 7
Es bahnt sich aktuell ein Wegfall allein an allgemeinärztlichen Versorgerpraxen für die unmittelbare Zukunft um 31% , in Zahlen ca. 37 Praxen.
Ein kurzfristiger Wegfall um fast 56%, in Zahlen ca. 66 Praxen für den Landkreis Waldshut an. Die Versorgungsstruktur bei weiterer Stagnation an Nachwuchs müßte von dem verbleibenden Rest von dann noch 52 Praxisbetreibern bei stetig wachsender Altersstruktur der Bevölkerung aufrechterhalten werden, was den demografischen Wandel einbezogen vermutlich die 3fache Arbeitsbelastung bei gleichem Honorar nach sich ziehen wird.
Die drohende Entwicklung der hausärztlichen Versorgung als Diagramm:
Die drohende Entwicklung der Ärzteschaft des Landkreises Waldshut gesamt:
Die fachärztliche Versorgungsstruktur wird sich in den meisten Disziplinen absehbar schon kurzfristig nicht mehr aufrechterhalten lassen, woran die gesellschaftsbetriebenen MVZs schon jetzt nachweislich nichts zu ändern in der Lage sind. Was die Hausärztliche Versorgung angeht stellt das Gebiet des Landkreises Waldshut ein fast nicht zu managendes Szenario dar, so sich keine kurzfristige Abhilfe schaffen läßt. Die Bürger werden nicht nur längere Anfahrtswege zum Arzt, sondern schlicht weg keine ärztliche Versorgung mehr erhalten.
So gilt es nach Ansicht des Ärztenetzes die Weiterbildung lokal neu zu organisieren und zu koordinieren.
Hierfür hat das Ärztenetz den politisch Verantwortlichen dessen Unterstützung angeboten.
Zielsetzung aus Sicht des MRV e.V.
zur Sicherstellung der wohnortnahen ärztlichen Versorgung
Zur Abwendung der sich zeitnah auftuenden Versorgungslücken im Haus- wie im Fachärztlichen Bereich bietet der MRV e.V. dessen Zusammenarbeit wie folgt an:
Gemeinsame Konzepterstellung für den LK Waldshut unter Ärztebeteiligung, hier unter Beteiligung des MRV e.V. als bestehende sach- und ortskundige Vernetzungsstruktur
Räumliche Strukturanalyse, unter Unterstützung der KV
Schaffung von ambulanten Schwerpunkteinrichtungen mit ausreichender Personalausstattung, um auch Vor-Ort Sprechstunden in der Peripherie vorhalten zu können
Planung ambulanter Versorgungsbereiche bei Neukonzeptionierung der Krankenhäuser
Alternativ Schaffung ortsnaher, günstiger Praxisräumlichkeiten mit guter Erreichbarkeit und ausreichend Parkmöglichkeiten sowie gutem ÖPNV-Anschluss
Unterstützung bei Arbeitsplatzbeschaffung für Lebens-/Ehepartner und Sicherstellung von Kindergartenplätzen / Kindertagesstätten